Peter Schreiber über Österreichs Suche nach dem ESC-Song 2027: Scouting, Livecasting und Auswahlverfahren im Merci, Chérie-Podcast.
Wer vertritt Österreich beim Eurovision Song Contest 2027 in Burgas? Peter Schreiber sucht bereits im vierten Jahr als Scout für den ORF nach dem passenden Act. Nach dem Abschied von Eberhard Forcher arbeitet er dabei mit Cesár Sampson zusammen. Im Podcast Merci, Chérie erzählt er, wie die Suche läuft – und verrät, dass ihm bereits mehrere stilistisch sehr unterschiedliche Songs aufgefallen sind. Festgelegt ist aber noch nichts: „Ich möchte nichts verschreien.“
Einen bestimmten Musikstil oder eine bevorzugte Sprache gibt es bei der Suche nicht. Wenn Künstler fragen, was sie einreichen sollen, antwortet Schreiber: „Im Optimalfall suchen wir einfach dich.“ Entscheidend sei eine eigene künstlerische Identität. Radiotauglichkeit spielt dagegen keine ausschlaggebende Rolle. Ein Song muss Aufmerksamkeit erzeugen und halten: „Der Einstieg muss schon spannend sein.“
Neben den offiziellen Einreichungen beim ORF sprechen die Scouts gezielt Künstler an – auch solche, die sich selbst zunächst gar nicht beim Song Contest sehen. Sie vermitteln Kontakte zu Songwriter:innen und Produzent:innen und unterstützen die Arbeit an den Songs. Aussichtsreiche Beiträge sollen diesmal noch Zeit zur Weiterentwicklung bekommen, bevor die engste Auswahl zum Livecasting in den ORF eingeladen wird.
Dort zählt, was ohne große Inszenierung übrig bleibt: Stimme, Ausstrahlung und Wirkung vor der Kamera. Schreiber beschreibt das Verfahren der vergangenen Jahre: Nationale und internationale Jurymitglieder sowie Vertreter:innen von ESC-Fanclubs bewerteten die Aufzeichnungen. Mit diesem Feedback ging eine kleine Auswahl an die Programmdirektion, die letztlich entschied. Ihre Wahl habe sich dabei mit den Ergebnissen der Feedbackrunden gedeckt.
Auch Einsatzbereitschaft gehört für Schreiber dazu. Eine ESC-Teilnahme verlangt Zeit, Verlässlichkeit und ein professionelles Umfeld. „Talent ist super, aber es ist halt nicht alles.“ Seinen persönlichen Musikgeschmack muss er bei der Auswahl mitunter zurückstellen. Der Anspruch ist klar: „Wir wollen einen guten, auffälligen Song, der es ins Finale schafft.“ Es gibt kein Verbot des ORFs, einen Gewinnersong zu finden, betont Schreiber.
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Foto: Christine Pichler