Zehn Jahre nach ihrem Song-Contest-Auftritt spricht Zoë Straub über das Erwachsenwerden, die Liebe des Publikums und ihr bisher größtes Projekt: die Nibelungen-Rockoper Epos.
Das Gespräch im Podcast fand einige Tage vor dem traurigen Tod ihres Vaters Christof Straub statt. Auf diesem Weg unser Beileid und unser Mitgefühl an Zoë im Namen der Hosts und aller Hörer:innen!
Das innere Kind bewahren
Obwohl sich seit Stockholm vieles verändert hat und Zoë inzwischen Mutter ist, hat sie ihre Neugier und Begeisterungsfähigkeit nicht verloren. „Die größte Erkenntnis ist, dass mein inneres Kind genauso noch da ist wie vor zehn Jahren. Ich tue einfach nur so, als wäre ich jetzt eine Erwachsene“, sagt Zoë Straub heute.
Seit sie selbst ein Kind hat, betrachtet sie auch ihre Eltern anders. Wahrscheinlich hätten sie damals ebenfalls nicht immer gewusst, wie sie mit jeder Situation umgehen sollten. Dieser Gedanke sei für Zoë inzwischen beruhigend: Leichtigkeit und Euphorie müssen mit dem Erwachsenwerden nicht verschwinden.
Die Liebe des Publikums
Den Eurovision Song Contest 2016 erlebte Zoë als großes, beinahe unwirkliches Abenteuer. Während sie von den Jurys vergleichsweise wenige Punkte erhielt, trug das Publikum Loin d’ici auf den achten Platz im Televoting.
Die Zuneigung der Fans bedeutet ihr deshalb bis heute besonders viel. „Die Menschen sind doch die, die man erreichen möchte. Mir war lieber, dass all diese Menschen für mich angerufen haben, als dass Leute gesagt haben: Sie hätte gut gesungen“, erinnert sie sich.
An eine erneute Teilnahme denkt sie dennoch mit gemischten Gefühlen. Die Erinnerung an Stockholm sei so schön, dass sie diese nicht durch eine weniger glückliche Erfahrung trüben möchte.
Ein anderes Licht auf die Nibelungen
Mit Epos wagt sich Zoë nun an eine Rockoper nach dem Nibelungenlied. Die Idee entstand nach einer Absage bei den Auditions für ein Falco-Musical. Bei ihrer anschließenden Recherche stellte sie fest, wie wenige Komponistinnen es im deutschsprachigen Musiktheater gibt – und beschloss, selbst ein Werk zu schreiben.
In ihrer Version stehen Kriemhild, Brünhild und Hagen stärker im Mittelpunkt. Dabei geht es Zoë nicht um eine einfache Gegenüberstellung von guten Frauen und bösen Männern: „Ich glaube gar nicht, dass ich dem Nibelungenlied eine komplett neue Perspektive gebe. Ich halte nur das Licht woanders hin.“
Auch die männlichen Figuren leiden unter den Rollen, in die sie gedrängt werden. Warum muss ein Held immer unverwundbar sein? Warum dürfen Männer ihre verletzliche Seite nicht zeigen? Dazu sagt Zoë Straub: „Zum Feminismus gehört für mich, alle Strukturen des Patriarchats zu hinterfragen. Mir tun auch die Männer leid, die nicht weinen dürfen.“
Mit großen Zielen nach Steyr
Im Juli 2027 soll Epos beim Musikfestival Steyr seine Weltpremiere feiern. Zoë wird dabei selbst als Kriemhild auf der Bühne stehen.
Falsche Bescheidenheit möchte sie bei diesem Herzensprojekt ablegen. Über ihre Pläne sagt sie selbstbewusst: „Ich möchte schon die Welt damit erobern. Dann rede ich eben ein bisschen größenwahnsinnig – kleiner denken kann man immer.“
Zoë Straub live in Wien
Am 10. Oktober ist Zoë Straub bei der Party Eurovision Live der OGAE Austria im Wiener Vindobona zu erleben. Gemeinsam mit ihr treten zahlreiche weitere ehemalige österreichische ESC-Acts auf.
Infos und Tickets zu Eurovision Live 2026
Die ganze Episode kannst du hier hören:
Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren
Foto: Marina Danilova