In Kroatien ist Dalibor Petko längst ein bekanntes Gesicht und eine bekannte Stimme. Seine journalistische Laufbahn begann bei Lokalzeitungen und einem Radiosender in Velika Gorica; später moderierte er unter anderem beim landesweiten Narodni radio und für Nova TV. Seit 2018 ist er Autor, Redakteur und Moderator seiner eigenen Sendung, der „Dalibor Petko Show“, auf dem Croatian Music Channel CMC. Vor der Kamera stand er allerdings schon als Kind: 1990 gewann er die erste Ausgabe der populären Talentsendung „Turbo Limach Show“ – mit einer temperamentvollen Interpretation von Tajčis Eurovision-Hit „Hajde da ludujemo“. „Ich war Beyoncé vor Beyoncé“, erinnert er sich heute lachend an seine damals eigenmächtig erweiterte Choreografie.
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International kennt ihn die Eurovision-Community vor allem als jenen Mann, der die spektakulärsten Auftritte des Jahres mit Perücken, Papier, Klebeband und viel Improvisation nachstellt. Die Idee entstand während seiner Teilnahme an der kroatischen Ausgabe von „Your Face Sounds Familiar“. In den Drehpausen schlüpfte Petko spontan in andere Rollen – und bemerkte, wie gut diese kleinen Verwandlungen beim Publikum ankamen. Während der Corona-Pandemie begann er schließlich, regelmäßig Parodien für die sozialen Medien zu produzieren. Manche hätten ihn damals gewarnt, damit seiner Karriere zu schaden. Seine Antwort: „Wenn das meine Karriere ruiniert, dann habe ich eben keine Karriere.“
Hinter den kurzen Videos steckt mehr Arbeit, als ihre spielerische Leichtigkeit vermuten lässt. Petko lernt Choreografien, studiert die Aussprache fremder Sprachen und baut gemeinsam mit seiner Stylistin Lozana Divjak aus einfachen Materialien erstaunlich genaue Kostüme. „Während ich daran arbeite, denke ich jedes Mal: Das ist das letzte Mal, dass ich diesen ganzen Wahnsinn mache“, erzählt er. Dann sehe er die Reaktionen aus aller Welt – und beginne mit dem nächsten Video. Wichtig ist ihm dabei die Haltung: „Ich mache die Parodien nicht, um mich über die Künstler lustig zu machen. Ich mache sie als Kompliment an ihre Auftritte.“ Dass Stars wie Nemo oder Delta Goodrem seine Videos teilen, empfindet er deshalb als besondere Auszeichnung.
Zum heimlichen Star vieler Clips ist mittlerweile Petkos Mutter geworden. Ihren ersten Auftritt absolvierte sie eher widerwillig; nach den Reaktionen im Internet erklärte sie zunächst, das werde „das erste und das letzte Mal“ gewesen sein. Inzwischen verkörperte sie unter anderem Konstrakta und die finnische Violinistin Linda Lamepnius – und wurde selbst von Konstrakta begeistert empfangen. Petko betont, dass seine Mutter aus eigenem Vergnügen mitmacht: „Wir haben dabei gemeinsam eine gute Zeit.“ So sind seine Parodien nicht nur eine Verlängerung des Eurovision Song Contest, sondern auch ein kleines Familienprojekt – und für viele Fans tatsächlich das beste Mittel gegen die alljährliche Post-Eurovision-Depression.
Die Episode könnt ihr euch hier anhören:
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Foto: @Dalibor Petko – Feed seines Insta-Kanals