Veronica Fusaro über ihren Eurovision-Beitrag, starke Botschaften und den Mut, schwere Themen auf eine große Bühne zu bringen.
Mit Veronica Fusaro hat die Schweiz eine Künstlerin zum Eurovision Song Contest nach Wien geschickt, die es ernst meint. „Alice“ ist ihr Beitrag für den Eurovision Song Contest 2026, und er handelt von Grenzüberschreitung, psychologischer Gewalt und einer Frau, die in der Geschichte nie selbst zu Wort kommt.
Entstanden ist der Song in einer einzigen Songwriting-Session mit der britischen Produzentin Charlie McClean – fast zufällig, fast zwangsläufig. „Diese Musik erzählt mir schon die ganze Geschichte“, sagt Fusaro über den Moment, als McClean ihr das erste Instrumental vorspielte. Ein Walzer, der sich langsam in etwas Bedrohliches verwandelt. Der Song war zunächst Teil ihres Albums „Looking for Connection“, aber für Wien wurde er neu aufgenommen – bewusst kraftvoller, selbstsicherer. „Die Album-Version ist noch viel fragiler“, erklärt sie. „Jetzt muss es sich wie ein Stadion anfühlen.“
Dass „Alice“ auch queere Lesarten zulässt, war kein Zufall. Diese zusätzliche Schicht war ihr wichtig – das Leben, sagt sie, bestehe selten aus nur einer Ebene. Gleichzeitig bleibt die zentrale Botschaft klar: Gewalt gegen Frauen, im Großen wie im Kleinen, im Offensichtlichen wie im Alltäglichen.
Dass ausgerechnet dieser Song den Sprung zum ESC geschafft hat, überraschte sie selbst. „Ich hätte nicht gedacht, dass es Alice wird“, sagt sie. Umso schöner, umso bedeutsamer.
Einen persönlichen österreichischen Bezug hat sie übrigens auch: Ihre Großmutter stammt aus der Steiermark. Dass sie nun ausgerechnet in Wien auf der Eurovision-Bühne steht, empfindet sie als schönen Kreis, der sich schließt.
Die Episode ist hier anzuhören:
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Foto: Nils Sandmeier